Mittwoch, 1. April 2009
Viel zu tun..........
.........ist jetzt irgendwie gerade und das macht mich im Blog ziemlich still.
Vorgestern habe ich es geschafft um 9,30h schon aus dem 30km entfernten Gartencenter zurück zu sein. Im Kofferraum mehr Pflanzen als ich kaufen wollte. Jetzt haben wir ein neues Rosenbeet, noch mehr Johannisbeeren und ein neues Stück Hecke. Dieses Mal: Kirschlorbeere. Nur meine Brombeere "Thornfree" konnte ich noch nicht ersetzen.
Zwischen all dem Sonne genießen und dabei buddeln, habe ich ein Dings erschaffen. genaueres darf ich nicht verraten. Es macht sich morgen mit dem KnitnSipPaket auf den Weg. Eigentlich erschien es mir zu "unperfekt" um es zu verschenken, aber eine kindliche Diskussion hat mich etwas besseren belehrt:

Die Große: "Was issn das?"
Der Kleene: "die Mama hats gemacht, es iss ein Kunstwerk"

Okay eigentlich nicht, es hat auch praktischen Zweck, aber er hat Recht. Selbst gemacht muss nicht perfekt sein und es ist zweckmäßig und überhaupt: selbstgemacht!
Ansonsten bin ich irgendwie noch ein wenig angestrengt vom Mittelaltermarkt am kommenden Wochenende. Was eine spontane Idee war: "wir machen eine eigene Spinnecke!", wird grade zur großen Vorfreude. Denn wir bekommen unsere eigene Spinnecke und einige neue Gesichter haben sich auch angekündigt (jubel!!!)
Mit den Vorbereitungen stresse ich mich selber grade etwas, aber das ist hausgemacht und hauptsächlich eingebildet.
Und jetzt verschwinde ich wieder ins Reallivenirvana

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Sonntag, 29. März 2009
Die Kardierseuche......
Zu allererst ein dickes Danke an die Lady Ramone und deren faserfressendes Haustier. Von "Viren streuen" kann man da nicht mehr reden, ich habe mich wohl mit einer Art "Kardierseuche" angesteckt jedoch sind die Symptome erträglich. In meinem jetzigen Krankheitsstadium äußert sich das lediglich mit einer hohen Ausschüttung von Glückshormonen, einer inneren Unruhe in Verbindung mit Unentschlossenheit ("welches verspinne ich zuerst?"), aber es scheint nicht ganz so in nicht zu bändigendes Verlangen auszuarten, wie der Wunsch nach einem Spinnrad (ich will das aber JETZT JETZT JETZT SOFORT GLEICH). Der Krankheitsverlauf ist subtiler, schleichender..........
Ich fühl mich richtig gut damit :-)
Zu Anfang stand die Handkarde, die das Verlangen nach fluffigen Minibatts linderte, deren Einsatz aber das Krankheitsbild und die Symptome täuschte.
Einen erneuten Schub erlitt ich, durch die Garnprinzessin deren Begeisterung angesteckt hat und die Lady die solche glitzernde, bunte, Spinnfluffzauberfarbwölkchen hat und auch zeigt.
Der letzte Schub vorm endgültigen Ausbruch (wobei da hat man den Gedanken "joa, sowas würd ich mir ja auch noch zulegen" schon) brachte mir Gaby mit ihrer Demonstration des Einkardierens von Seide. Da kam dann dieser "lässt mich jetzt jemand an ein Kardiertier???!!!) Gedanke. Das hat die Ldy dann ja getan. Die Ergebnisse sind im Beitrag davor.......
Und jetzt? Schwelge ich erstmal in Glückshormonen und Wollbällchen, und kuschle und schmuse ich mich durch......
Mal sehen wie das weitergeht

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Samstag, 28. März 2009
Trommelwirbel, Begeisterung bitte!!!
Ich
habe
gestern
nachmittag
(steigende Spannung)
KARDIERT

Zum ersten Mal so richtig Wolle durcheinander geworfen und ........ ich klebe vor Begeisterung immer noch an der Decke.

Das nenne ich mal Resteverwertung
es ist sooooooo
toll

Guckt selber:



Das sind alle. Auf einem Haufen. Sind sie nicht schön? Naja das Foto iss nicht der Burner, es war leider schon dunkel



Reste. Reste aus bereits angefledderter, südamerikanischer Merinowolle, nebeneinander Ton in Ton zu einem Farbverlaufsvlies kardiert. Ich bin wenn ich das ansehe sowas von beeindruckt wie das nochmal aufflufft und ankuschelt und "ach schööööön"



Der Versuch blaue Maulbeerseide unter noch mehr Reste zu kardieren. Wie man sieht hat das Ganze doch ein paar Schleifen ergeben, obwohl ich das so getan habe wie Gaby es mir gezeigt hat. Vermutlich liegt das aber an der Maulbeerseide denn:



mit der Tussahseide hat es wie man hier sieht, hervorragend geklappt.



Das sind noch mehr blaue Reste (ich hab nen blautick ich weiss), mit schwarz einem Hauch von lila und: Schappeseide. Die Schappeseide hat mich total begeistert. Schneeflocken. Bin gespannt wie das wird, wenns ein Faden ist



Weils so schön war das ganze nochmal in hellerem blau.



Auch ohne Angelina musste ich auf mein Glitzerdings nicht verzichten. rote Wensleydale mit Arc en Ciel und weils so schön war, gabs davon gleich zwei Batts.

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Freitag, 27. März 2009
ein Wollgeist?
Das hier dauernd Schuhe, einzelne Socken, Schokolade und der Autoshlüssel verschwinden und an anderen Orten, oder im Falle der Schokolade, gar nicht mehr, auftauchen, ist ja Alltag. Das passiert überall, tagtäglich und gehört zum normalen Leben.
Was aber neuerdings in meinem Spinnzimmer geschieht, schlägt dem fass den Bopden aus.
Vor einigen Wochen suchte ich verzweifelt nach der bei Alysee georderten Bananenseidenprobe. Die blieb unauffindbar, auch mehrmaliges Durchsuchen des Zimmers schufen keine Abhilfe.
Jetzt bin ich auf dem Weg zum Kardiertier und was finde ich? Geau, die gesuchte Bananenseide und zwar genau in jener Faserprobenkiste wo sie hingehört und wo ich mit Sicherheit am gründlichsten danach gesucht habe.
Dafür ist Angelina verschwunden. Heute keine Glitzerdinge............
Mal sehen was verschwindet wenn Angelina wieder auftaucht...... Und vor allem: was muss wegkommen, damit meine Quiltspindel den Weg zurückfindet? ich glaube die Spinnräder kette ich vorerst an.............

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Montag, 23. März 2009
Öhöm
Vergesst den Inhalt des Postings nochmal.
Ich bin ein furchtbar unentschlossener Mensch

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Wolle, Wasser und die weite Welt
Dank Ev hatte ich die Möglichkeit die Handarbeit und Hobby in Köln zu besuchen. Was morgens mit verschlafenem Kopp begann wurde ein wunderschöner Tagesausflug!
Gestartet bin ich gestern morgen in Saarbrücken, es ging die Saar entlang bis Trier und zwischen Trier und Koblenz folgte der Zug dem Lauf der Mosel. Ich liebe das Moseltal. Alleine zum Zugfahren werde ich den Ausflug wiederholen. Ich finde Worte wie beeindrucken und märchenhaft und so treffen nicht wirklich auf diese Landschaft zu. Es ist einfach....großartig und durch die Berge zur Seite beängstigend zugleich.
Leider wars morgens noch trüb und grau, so das es leider keine Saartal-, Moseltal-, Rheintalbilder gibt. Ich konnte bei der Aussicht unmöglich stricken, vor lauter Angst ich würde was verpassen und stricken ohne hingucken geht nicht immer. Also habe ich die Zeit ohne grandiose Aussicht mit guter Laune und rumblödeln verbratzt:



Naja eigentlich hab ich im Tunnel festgestellt das ich total zerfleddert/verschlafen bin, mir ein bißchen Farbe nicht schaden würde und das ich keinen Spiegel dabeihabe. Was macht man also, um sich anzugucken? Genau! Bilder von sich selbst. Und wenns schon Bilder gibt dann eben nicht nur vom Gesicht. Keine Ahnung was meine Mitreisenden dachten, als ich da mit Fotoapparat und spielen beschäftigt war.........
(Männe sagt übrigens: er ist froh das ichd as Danebenbenehmen auf Anlässe beschränke bei denen ich alleine bin)
Die Fahrt hat meinen Horizont dennoch um einige Ortschaften erweitert:



Kaum war ich in Köln angekommen, guckte ein kleines bißchen die Sonne raus (bei dem kleinen bißchen bliebs auch, aber ich war ja schon sonnig genug)



Den Dom sieht man von da auch:



Aber nu gehts erstmal da lang ....---->



In den Hallen angekommen erwischte mich erstmal der Owerflow. Boah. Ev hatte mich vor vielen Farben und Eindrücken gewarnt, aber den "Hilfe, wo gucke ich zuerst" Moment hatte ich trotzdem.





Nach einem Kaffee, eine Runde einfach drüberbummeln und nein: kein nähen, patchen, quilten, filzen Virus einfangen, hatte ich mich ein wenig beruhigt und konnte darin aufgehen Wolle zu begrabbeln. Und Wolle hats da echt genug. Schon fast zuviel um nicht kirre zu werden. *ggg. Nein, ernsthaft ich hab das Wollbad voll genossen.
Herrn Wernekinck der immer noch Spinnräder baut hab ich kennengelernt. Nein dieses Jahr hat er keine debei, vielleicht im nächsten.
Am Stand von Ashford hat mir Gaby gezeigt wie man Seide ohne Klümpchen udn Knötchen in Wolle einkardiert. Ich brauche ein Kardierttier!!! Danke Gaby, es war supernett dich kennezulernen. Bei meiner nächsten Runde hab ich die leider nicht mehr getroffen, aber wozu gibt es Mails.........
Nach ganz viel bunt, war ich am Stand der Handspinngilde.



Lydia lud mich herzlich ein mitzuspinnen und dieser Auffoprderung kam ich sehr gerne nach. Erstens weil Spinnen entspannt und ich so Eindrücke am besten verarbeiten kann und zweites, weil ich sowieso ein Tom testen wollte. Tom ist übrigens klasse. Die Mädels von der Gilde auch. Supernett, superkompetent und in dieser netten Gesellschaft mit einem guten Spinnrad und der gemütlichen Standatmophäre wurde ich ziemlich schnell wieder munter.
Nach einer letzten Runde und der Vergewisserung alles gesehen zuhaben wollte ich jetzt och näher an den Dom und hab einen Abstecher in die Kölner City gestartet. Am Bahnhof gabs aber zuerst ein verspätetes Mittagessen:



CaramelMacciato und HazelnutMuffin. Ja ich weiss, kann man auch in Saarbrücken haben. Aber ich vermute ich Köln war die Schlange kürzer.....
Nach einem Blick zum Dom



gings runter an den Rhein.





Patrizierhäuser gucken:



Sich fragen was hier (ausser der Wasserleitung , wohl falsch ist! (findet es jemand??)



Zurück durch die Altstadt



Und wieder nachhause.............



Tschau Kön. Ich komm nochmal. Der Tag war hammeranstrengend, superschön und hat mich dazu angeregt, wieder öfters ganz alleine loszuziehen..........Die Heimfahrt im Zug hab ich verschlafen........

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Freitag, 20. März 2009
Insider Info
extra für Jean:

Der Vergleich mit "Wurst" klauen gefällt mir sehr gut.
Nur weiss ich noch nicht, ob der Dieb dann Vegetarier oder Metzger ist :-)

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Mittwoch, 18. März 2009
Das Wort zum Donnerstag
völlig unwollig, aber irgendwie muss ich das aufschreiben:

Mein Papa ist zur Zeit im Krankenhaus. In seinem Nachbarbett liegt ein 87jähriger dementer Herr, der die ganze Nacht Geschützbefehle erteilt. Er berechnet dauernd Flugrouten von "Kanonenkugeln" und flüchtet gelegentlich vor dem Feind.
Der Mann erlebt eine Zeit die seine Jugend hätte sein sollen, jetzt,mehr als 60 Jahre später erneut und in seinem Kopf genauso blutig und wahr wie vor mehr als einem halben Jahrhundert.........

Nach dem Krankenhaus besuchte ich meine Oma, ich weiss nicht wie, aber irgendwie kamen wir im Gespräch auch auf 1939. Oma redete nie so viel von früher wie mein Großvater. Klar weiss ich, dass sie geflüchtet sind, klar weiss ich dass sie die Luftangriffe erlebt haben und wie. Aber heute beschreibt sie den 3.September 1939, die Tage davor und danach, in Details in Einzelheiten die mich beinahe mitheulen lassen. Ich habe selten erlebt das Oma sich die Augen beim erzählen wischt, aber sie war genauso in der Erzählung, in ihren Erlebnissen gefangen wie ich.
Wie ist es wohl enn die amtliche Anordnung kommt alles Vieh aus den Ställen zu treiben, ein paar Dörfer weiter. Dort treiben andere Bauern das eigene und ihr Vieh, egal ob Schaf, Schwein, Milchkuh weiter. Nach...keine Ahnung wohin. Nur dem Feind darf es nicht in die Hände.fallen.
Wie ist das Gefühl wenn das Militär die Pferde einzieht die man für den Ackerbau benötigt. Sie mitnimmt, nach irgendwo an eine fremde Front.
Was ist das für ein Gefühl jetzt, auf Befehl die Familie auf den Wagen zu setzen und sich mit dem letzten Gaul, den letzten Ochsen nach irgendwohin durchzuschlagen, nicht zu wissen wo man ankommt, das ganze Dorf stehen lassen, die bestellten Felder, die eingebrachte Ernte alles bleibt zurück und man geht einfach los..........
120km haben sie zurückgelegt. In etwa einer Woche sagt sie. Dort wo sie ankamen waren die Bauern enttäuscht. Die Pferde dort sind schwerer, besser für Lehmboden geeignet. Die Bauern mussten ihre Pferde schon abgeben, für die Front. Die Pferde meiner Familie sind kein geeigneter Ersatz. Irgendwo ankommen und sich dann zuallererst nicht richtig fühlen. Zuhause, ein Dorf haben, einen Hof, eine Existenzgrundlage in die man seit Generationen investiert hat und dann in der fremde irgendwo landen, angewiesen auf die Hilfsbereitschaft von Fremden. Deren Äcker bestellen weil die eignen im Sperrgebiet sind...........
Im kommenden Sommer kamen sie übrigens wieder zurück. Obwohl nach an der französischen Grenze hat die Front mein Heimatdorf (abgesehen von Luftangriffen in der Umgebung) nicht erreicht.
Meine Urgroßmutter überlebte den Krieg nicht. Sie starb zwei Tage vor der Einberufung ihres ältesten Sohnes.

Auf dem Heimweg gehen mir viele Dinge durch den Kopf. Ich überquere täglich die Grenze. Die Maginotlinie genauso wie den Westwall. Ich kenne jeden verbliebenen Bunker, jeden übriggebliebenen Graben im Wald.
In meinem Heimatdorf weiss ich wo fremde Menschen von irgendwo sonst aus Deutschland zum Schanzen eingesetzt wurden. Die genauso ihre Familien und ihre Heimat für bestimmte Zeiten verlassen mussten.

Mir fallen die Geschichten ein, die mir Opa erzählt hat, seine Orden, seine Waffe, seine Schussverletzungen, seine Narben.
Ich habe ihn nie gefragt ob er jemand erschossen hat. Ich habe es nicht wissen wollen. Ich liebe meinen Opa und ich bin heute noch davon überzeugt, dass er ein guter Mann war, egal was er im Krieg getan hat.
Heute ist mir eingefallen das man eine silberne Nahkampfspange bestimmt nicht bekommt, wenn man nie bewusst getötet hat.
Ich denke an die Australierin bzw die Amerikanierin (ich habe vergessen welche Nationalität sie hat) die sagt, sie schämt sich dafür dass ihr Großvater ein deutscher soldat war.
Ich schäme mich nicht für meinen Opa. Ich kann nicht mal ein Tier töten, lieber verzichte ich auf Fleisch. Ich weiss nicht was man mit Menschen machen muss damit sie für andere, für politische Ziele, auf Befehl oder anderswie töten.

Ich finde es einfach nur schrecklich und unfair, dass Menschen solche Dinge erleben. Es ist einfach für mich, bei den Nachrichten umzuschalten, wenn Flüchtlinge gezeigt werden, es ist auch einfahc zu sagen "das ist jetzt 60 Jahre her" aber eigentlich ist es nicht einfach und auch nicht richtig, wenn eine alte Frau sich beim erzählen von ihrer Jugend die Augen wischt oder ein alter Herr in seinen Träumen immer noch an der Front steht..............

Ich glaube nicht, dass ich den Jakobsweg irgendwann gehen werde, wenn ich irgendwohin gehe dann bis kurz vor Moskau. Ich möchte wissen wie weit man laufen muss, um dort anzukommen wo mein Opa war und von wo aus er sich verwundet wieder nachhause zurückgeschlagen hat.

Und dann möchte ich mich immer wieder daran erinnern, dass kleine Gesten große Wirkung haben und man auf seine Gedanken achten muss, weil Gedanken Worte folgen und Worten taten und solche Taten dürfen nie folgen. Nirgends auf der Welt!
Und der Gedanke "schalt um, es geht mich nichts an" und "es ist 60 Jahre her" ist womöglich schon der falsche Anfang.

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